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Unser Wimpel von 1971


Wie der Kölner Lions Club Köln Caligula entstand
Eine Chronik

Der Kölner Lions Club Köln-Caligula wurde 1971 als fünfter Kölner Lions Club gegründet.
Gründungspatenclub ist der LC Köln-Colonia.
Hervorgegangen ist der Club aus einer Anzahl von 20 jungen zum Teil noch nicht einmal dreißig-jährigen Herren aus Köln.
Erhellend ist in diesem Zusammenhang ein Rückblick auf die Tätigkeit der Jugendbeauftragten der vier Kölner Lions Clubs in den Jahren 1964 bis 1970. Diese Lionsaktivität war angeregt durch L Wolf (Claudia Ara) und wurde mit ihm getragen durch L Warburg (Colonia), L Ziegler (Vitellius) und L Reinhard Reissmüller (Agrippina).
Die Grundidee war, Söhne und Töchter von Kölner Lions-Familien im zwanglosen Treffen miteinander bekannt zu machen und die jungen Menschen in Ergänzung von Elternhaus und Schule in die Erlebniswelt einer Großstadt unter Lions-Gesichtspunkt und Lions-Standpunkt einzuführen.
Die inzwischen als Jugendorganisation von Lions-lnternational etablierte Form "Leo-Club" lehnten die Befragten allerdings ab. Darauf kreierte Reinhard Reissmüller den Namen "Gesprächsrunde junger "Akademiker", die dann im folgenden kurz "Gesprächsrunde" genannt wurde.
Die jungen Herren suchten nun stürmisch sich als junger Club zu festigen und debattierten lebhaft über Satzung, Aufnahmeverfahren, Organisation, Name des Clubs bis hin zum Entwurf eines Wimpels. Ein Griff in die römische Stadtgeschichte führte zur Namensfindung, die ebenfalls durch den engagierten Jugendbeauftragten Reinhard Reissmüller bewerkstelligt wurde.
Um als jüngster Sproß den würdig scheinenden römischen Kaiserfamilien entlehnten Namen der schon bestehenden Kölner-Clubs zu folgen kam er auf den Namen des Sohnes der Agrippina, nämlich Caligula.
Ihn hat es immer sehr imponiert, wie dieser Knabe auf den Armen seiner Mutter den geschlagenen heimkehrenden Soldaten der Legion Ara zuwinkend wieder Mut machte und wie er in seinem Legionärskampfanzug einschließlich der Stiefelchen in den Straßen spazierte und in der Stadt und im Lager als Kronprinz verehrt wurde.
Der vorsichtig über die beabsichtigte Gründung informierte Governor ließ wissen, daß er die Gründung eines solchen jungen Clubs für förderungswürdig ansehe und einen entsprechenden Antrag unterstützen würde. Mit Verwunderung und Entrüstung wurde diese Absicht von den Kölner Clubs aufgenommen. Zone Chairman L Harney berichtete an den Governor L Blank über die tiefschürfende Diskussion um die Punkte: eventuelle Gründung eines 5. Clubs überhaupt, Art und Weg einer Clubgründung in einer Stadt, die schon 4 Lions-Clubs hat und dann die Problematik dieses vorgesehenen Clubs, d. h. in der Frage des Alters und der beruflichen Position.
Es ist anzufügen, daß die vorgelegte Liste von 15 Teilnehmern angeführt wurde durch zwei Studenten, die noch im Alter von 25 Jahren waren und die im Alphabet vorne standen und dann natürlich sofort den Unwillen aller weisen alten Herren hervorriefen.
Trotz der von den Clubs geäußerten Bedenken gegen das niedrige Alter der Aspiranten war der in Fahrt gekommene Gründungszug nicht mehr aufzuhalten.
Die befürchteten nachteiligen Auswirkungen auf die übrigen Kölner Clubs konnten nach einigen Gesprächen auf District- und Zonenebene zurückgestellt werden.
Als sich auf Betreiben von Reinhard Reissmüller schließlich der Lions-Club Köln Colonia bereit erklärte, die Patenschaft zu übernehmen, stand der Gründung des neuen Clubs nichts mehr im Wege. Am 18. Juni 1972 erwartete auf dem Rheinschiff „Annemarie“ die Gründungsmannschaft von zwanzig jungen Herren im dunklen Anzug stolz die geladenen Gäste.
Der Gründungspräsident L Reinhard Reismüller konnte am Deutzer Ufer den Governorratsvorsitzenden Lions-Freund Bräunig, den District-Governor Blank, den Past-Governor Meyer und Vice-Governor May sowie den von Zürich angereisten Centraleuropäischen Sekretär Rehn begrüßen und an Bord geleiten. Als die "Annemarie" auf der Rückfahrt noch einmal die Hohenzollernbrücke kreuzte, waren gerade 100 Jahre und 5 Monate nach einer anderen Gründung vergangen, die Gründung des deutschen Kaiserreiches unter den Hohenzollern am 18. Januar 1871. Welche geschichtlichen Ereignisse hat das Rheinufer schon an dieser Stelle gesehen: Römerbrücke hin, Hohenzollernbrücke her, zerstört und wieder aufgebaut.
Auch mit der Gründung von Caligula wurden Brücken geschlagen, wir hoffen zu neuen Ufern. Cäsar Augustus, Pontifex Maximus in Rom genannt, nach seiner Jugend in Köln aber Caligula, der Liebling der Bürger und der Soldaten von Colonia Claudia Ara Agrippinensis; mit dem späteren Tyrann, wie gesagt im fernen Rom, hatte man hier nichts zu tun.
Der Lions-Club Köln-Caligula aber ist ein Begriff geworden für den ersten deutschen Lions-Club aus 30ern im Rheinland